Der Glaube an einen grausamen Gott

Kinder werden unter Schmerzen und durch Schmerzen in die Welt hineingeboren. Von Leiden begleitet wachsen sie auf und lernen, was Kummer, Trennung und Tod sind. Ihr Geist scheint in ihrem Gehirn gefangen zu sein, und seine Kräfte scheinen

abzunehmen, wenn ihr Körper verletzt wird. Sie scheinen zu lieben, doch sie verlassen und werden selbst

verlassen. Sie scheinen zu verlieren, was sie lieben;  das ist vielleicht die wahnsinnigste aller Überzeugungen. Und

ihr Körper welkt dahin und röchelt, wird in die Erde gelegt und ist nicht mehr. Und keinen gibt es unter ihnen, der

nicht gedacht hat, dass GOTT grausam ist.

Wäre das die wirkliche Welt, dann wäre GOTT tatsächlich grausam. Denn kein VATER könnte SEINE

Kinder als Preis für die Erlösung solchem unterwerfen und dennoch liebevoll sein. Die Liebe tötet nicht, um zu

erlösen. Wenn sie es täte, wäre Angriff Erlösung, das aber ist des Ego Deutung und nicht diejenige GOTTES. Nur

die Welt der Schuld könnte solches fordern, denn nur für die Schuldigen wäre dies denkbar. Die »Sünde« Adams

hätte niemanden berühren können, hätte er nicht geglaubt, dass es der VATER war, DER ihn aus dem Paradies

verstieß. Mit diesem Glauben nämlich ging die Erkenntnis des VATERS verloren, weil nur jene, die IHN nicht

verstehen, dieses glauben konnten.

Aus: Ein Kurs in Wundern